Nachhaltigkeitsstrategie
February 25, 2025

Ihr Weg zur 1,5°C-Kompatibiltät – So entwickeln Sie Transitionspläne, die wirken

By 
Hannah Hohmann
Subscribe to the Newsletter

Warum Transitionspläne der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg sind

Finanzinstitute weltweit erkennen zunehmend ihre Verantwortung, ihre Portfolios auf das 1,5 °C-Ziel des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Laut Berichten des Carbon Disclosure Projects CDP [1], der Europäischen Zentralbank [2] und der Transition Pathway Initiative TPI [3] zeigt sich ein klarer Trend: Die Branche verpflichtet sich, finanzierte Emissionen drastisch zu reduzieren und sektorspezifische Net-Zero-Ziele zu entwickeln.

Bereits etablierte Methoden zur Berechnung dieser Emissionen und zur Zielsetzung sowie erste Maßnahmen zur Portfolioausrichtung sind vielversprechende Schritte in die richtige Richtung. Ein wichtiger Fortschritt ist zudem, dass Finanzinstitute zunehmend die Transitionspläne ihrer Kunden bewerten – ein essenzieller Ansatz, um die Auswirkungen auf das globale Klima ganzheitlich zu adressieren.

Mehr als ein Ziel: 1,5 °C-Ziel als wirtschaftliche Notwendigkeit

Das 1,5 °C-Ziel ist mehr als nur ein politisches Bestreben. Es beschreibt eine physikalische Grenze: Wird diese überschritten, können vier der 16 globalen Kippelemente unwiderruflich kippen – mit verheerenden Konsequenzen für unsere Ökosysteme, Wirtschaft und Gesellschaft [4].

Unternehmen, die sich frühzeitig auf einen 1,5°C-kompatiblen Transitionspfad begeben, sichern nicht nur regulatorische Konformität, sondern investieren strategisch in ihre Zukunftsfähigkeit und Resilienz. Transitionspläne sind weit mehr als nur ein Mittel zur Emissionsreduktion – sie dienen als strategisches Fundament für ein wirksames Nachhaltigkeitsmanagement, das in die Unternehmensstruktur integriert wird.

Der Transitionsplan ist Ihre Roadmap zum 1,5 °C-Ziel

Ein Transitionsplan ist eine detaillierte, mehrjährige Aufstellung mit Zielen und Maßnahmen, die ein Unternehmen strategisch und operativ in die Lage versetzt, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Der Plan umfasst kurz-, mittel- und langfristige Zeithorizonte, qualitative und quantitative Informationen sowie konkrete Verantwortlichkeiten. Er integriert die Klimaziele in die Unternehmensstrategie und beschreibt, wie diese Ziele durch Maßnahmen operationalisiert werden. Damit wird der Transitionsplan zur zentralen Grundlage für die Integration von Klimaauswirkungen in Ihr Geschäftsmodell.

Übergangsplan für den Klimaschutz: Ein Aspekt der Gesamtstrategie eines Unternehmens, in dem die Ziele, Maßnahmen und Mittel des Unternehmens für seinen Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft festgelegt sind, einschließlich Maßnahmen wie der Reduktion seiner Treibhausgasemissionen im Hinblick auf das Ziel der Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C und der Klimaneutralität.
ESRS Angang II Tabelle 2

Regulatorische Anforderungen: Was Unternehmen jetzt beachten müssen

Die Bedeutung von Transitionsplänen wird durch neue regulatorische Anforderungen verstärkt. Insbesondere die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) stellt konkrete Vorgaben, etwa durch ESRS E1-1. Ziel ist die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C und Klimaneutralität bis 2050. Unternehmen müssen:

  • potenziell eingeschlossene Treibhausgase und Risiken für Gefährdung von Emissionsreduktionszielen bewerten.
  • ihre Dekarbonisierungshebel und Maßnahmen offenlegen.
  • Ziele oder Pläne gemäß der Taxonomieverordnung und Angaben zu CapEx-Beträgen in Kohle, Öl und Gas erläutern.
  • Investitionen und Finanzmittel zur Unterstützung des Übergangsplans quantifizieren.
  • den Übergangsplan in die Geschäftsstrategie integrieren und durch Unternehmensorgane genehmigen lassen.
  • regelmäßig über Fortschritte berichten.

Zwar ist die Pflicht zur Offenlegung durch die CSRD zur Zeit das wahrscheinlich prominenteste Beispiel, doch es gibt noch weitere Rahmenwerke, die explizit Anforderungen an Klimatransitionspläne stellen:

Die EBA-Leitlinie zum Risikomanagement samt Capital Requirements Directive (CRD), die International Financial Reporting Standards II (IFRS II) sowie die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) fordern explizit die Offenlegung von Transitionsplänen. Die US-amerikanische Securities and Exchange Comission (SEC) fordert Angaben zum Transitionsplan, sofern ein Unternehmen über einen solchen verfügt. Auch für die Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) sind Transitionspläne indirekt von Bedeutung: Sie verlangt eine „Angabe zum Anteil der Investitionen in Unternehmen, in die investiert wird, die keine Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen im Sinne des Übereinkommens von Paris umsetzen“.

Zusätzlich setzen auch freiwillige Standards, wie die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD), die Glasgow Finance Alliance for Net Zero (GFANZ), das Carbon Disclosure Project (CDP) und die Transition Plan Taskforce (TPT) klare Impulse und bieten Rahmenwerke zur Erstellung der Übergangspläne.

Dabei haben sie viele Anforderungen gemeinsam: Kernelemente der Transitionsplanung in der Regulatorik sind der Bezug auf das 1,5 °C-Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Offenlegung von Angaben zu Annahmen und verwendeten Klimaszenarien, die Berücksichtigung verschiedener Zeithorizonte in der Zieldefinition, die Integration von ESG-Risiken sowie die Verwendung qualitativer und quantitativer Informationen. Maßnahmen und deren Finanzierungspläne müssen konkret ausgeführt werden. Oftmals werden auch spezifische Angaben zur Governance des Plans und dessen Umsetzung gefordert. Die Anforderungskriterien und ihre Anwendbarkeit in verschiedenen regulatorischen Rahmenwerken sind zur besseren Übersicht in der Tabelle dargestellt.

Anforderungen der Regulatorik an Transitionspläne

Ein wirkungsvoller Transitionsplan begleitet Sie vom Status Quo zum 1,5 °C-Ziel

Ein Transitionsplan zeigt die Maßnahmen von den aktuellen Emissionen hin zu einem 1,5 °C-Kompatibilität. Dazu wird der Status quo analysiert, das notwendige Reduktionsziel berechnet und auf konkrete Maßnahmen heruntergebrochen. Ein solcher Plan ist in die Unternehmensstrategie integriert, regulatorisch konform sowie klar operationalisierbar.

Beispielhafte Darstellung eines Transitionsplans für Finanzinstitute

So begleiten wir Sie in der Erstellung Ihres Transitionsplans

Von der Analyse bis zur Berichterstattung: Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir eine fundierte, zukunftsfähige Strategie, um Ihre Klimaziele zu erreichen und regulatorische Compliance sicherzustellen. Die Entwicklung eines 1,5 °C-kompatiblen Transitionsplans folgt einem klar strukturierten Prozess:

In sechs einfachen Schritten zum Transitionsplan

  1. Status quo & Klimawirkung analysieren: Der erste Schritt zur Erstellung eines Transitionsplans besteht darin, den Status quo des Unternehmens zu analysieren. Hierbei werden bestehende Klimabilanzen, wie beispielsweise die Berichterstattung zu Treibhausgasemissionen, sowie bestehende Klimastrategien überprüft. Ziel ist es, die aktuelle Klimawirkung des Unternehmens umfassend zu bewerten. Gleichzeitig werden potenzielle Lücken zu relevanten regulatorischen Anforderungen identifiziert, um sicherzustellen, dass der Transitionsplan allen geltenden Standards gerecht wird.
  2. Ziele entwickeln: Im nächsten Schritt werden durch eine fundierte Szenarioanalyse verschiedene Dekarbonisierungspfade ermittelt, die mit dem 1,5°C-Ziel kompatibel sind. Diese Pfade werden in Abhängigkeit von Ambitionsniveau, Anwendungsbereich und den eingesetzten Methoden ausgewählt. Anschließend werden absolute THG-Emissionsziele definiert, die mit den regulatorischen und strategischen Anforderungen im Einklang stehen. Dabei ist es essenziell, diese Ziele auf alle wesentlichen Assetklassen und Sektoren auszudehnen, um eine umfassende Dekarbonisierungsstrategie zu gewährleisten.
  3. Maßnahmen definieren: Die definierten Ziele werden anschließend in konkrete Dekarbonisierungsmaßnahmen und Hebel übersetzt. Ein umfassender Marktvergleich sowie eine Potenzialanalyse liefern dabei wertvolle Orientierungspunkte. Zusätzlich können Workshops mit relevanten Fachbereichen genutzt werden, um praxistaugliche Maßnahmen zu identifizieren. Daraus entsteht eine Roadmap, die sowohl kurzfristige als auch mittel- und langfristige Zeithorizonte berücksichtigt. Außerdem werden potenzielle Risiken, Chancen und Auswirkungen, die mit der Umsetzung des Transitionsplans verbunden sind, detailliert analysiert.
  4. Strategie und Finanzplanung integrieren: Die geplanten Maßnahmen und Ziele müssen nahtlos in die bestehende Unternehmensstrategie und Finanzplanung integriert werden, um eine erfolgreiche Umsetzung sicherzustellen. Hierfür ist es notwendig, den finanziellen Bedarf der Maßnahmen zu schätzen und die entsprechenden Beträge in der Finanzplanung zu berücksichtigen. Indem die Klimastrategie in die Geschäftsstrategie eingebettet wird, wird eine langfristige Verankerung der Klimaziele auf Unternehmensebene erreicht.
  5. Governance anpassen: Ein zentraler Bestandteil des Prozesses ist die Einbindung der Unternehmensführung. Der Transitionsplan muss durch das Management Board, den Aufsichtsrat oder den Prüfungsausschuss genehmigt werden, um dessen Verbindlichkeit sicherzustellen. Gleichzeitig kann es notwendig sein, bestehende Governance-Strukturen anzupassen, um die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen zu gewährleisten. Eine starke und unterstützende Governance-Struktur ist der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung des Transitionsplans.
  6. Bericht erstatten: Der letzte Schritt besteht in der transparenten Berichterstattung über den erstellten Transitionsplan und die Fortschritte bei dessen Umsetzung. Dies erfolgt in Übereinstimmung mit den jeweils relevanten Berichtsrahmen, wie beispielsweise TCFD, SFDR oder ISSB. Zusätzlich kann eine externe Validierung, etwa durch die Science Based Targets Initiative (SBTi), durchgeführt werden, um die Glaubwürdigkeit und wissenschaftliche Fundierung der Maßnahmen zu untermauern. Ergänzend können Kommunikationsmaterialien entwickelt und Mitarbeiterschulungen durchgeführt werden, um die Klimastrategie intern wie extern effektiv zu kommunizieren.

Warum Orbiture Ihr idealer Partner für die Transitionsplanung ist

Orbiture begleitet Sie durch den gesamten Prozess: von der Analyse über die Strategieentwicklung bis zur Implementierung und Berichterstattung. Dabei verfügen wir über spezifische Branchenkenntnisse im Finanzsektor und behalten die Besonderheiten der Transitionsplanung für Banken, Versicherer und Vermögensverwalter stets im Blick.

Mit erprobten Methoden, innovativen Tools und einem starken Partnernetzwerk unterstützen wir Sie dabei, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Ihre Klimaziele zu erreichen. Durch den Prozess führt Sie unser eigens dafür entwickeltes Template, was alle wichtigen Schritte übersichtlich dokumentiert. Mit interaktiven Workshops schaffen wir an geeigneten Stellen Austauschformate, um mit allen Projektbeteiligten effizient und ressourcenschonend Lösungen zu entwickeln.

Quellen:

[1] CDP Europe, Oliver Wyman & Weiss, M. (2023). Transform the Norm. In CDP EuropeReport [Report].https://www.oliverwyman.de/content/dam/oliver-wyman/v2/publications/2023/feb/cdp-europe-report.pdf

[2] EuropeanCentral Bank. (2022). 2022 climate risk stress test.https://www.bankingsupervision.europa.eu/ecb/pub/pdf/ssm.climate_stress_test_report.20220708~2e3cc0999f.en.pdf

[3] TransitionPathway Initiative. (2023). Banks and the net zero transition: Trackingprogress with the TPI Net Zero Banking Asessment framework.https://www.transitionpathwayinitiative.org/publications/uploads/2023-banks-and-the-net-zero-transition-tracking-progress-with-the-tpi-net-zero-banking-assessment-framework

[4] McKay,D. I. A., Staal, A., Abrams, J. F., Winkelmann, R., Sakschewski, B., Loriani,S., Fetzer, I., Cornell, S. E., Rockström, J. & Lenton, T. M. (2022).Exceeding 1.5°C global warming could trigger multiple climate tippingpoints. Science, 377(6611). https://doi.org/10.1126/science.abn7950

Hier laden Sie den Report herunter:
Danke für den Download.
Oops! Something went wrong while submitting the form.